Chronik
Aus der Chronik (Bericht von 1989)
Von der Gründung bis 1934
Die ASKÖ Attnang - Puchheim zählt zu den ältesten Arbeiter Turnvereinen Oberösterreich.
Im Dezember 1919 regten die Turner Fritz Kühberger, Alois Prister und Josef Amort in einer Turnratssitzung die Turnbetrieb begann dennoch in zum Turnen ungeeigneten Mehrzwecksälen diverser Gaststätten, in staubigen, teilweise mit Zementböden versehenen Räumen. Schon fünf Jahre später, im Jahre 1924 wurde der Grundstein für einen eigenen Sportplatz gelegt. Mit der wachsenden Zahl der ausübenden Umbenennung des 1906 gegründeten Turnvereins Attnang - Puchheim in Arbeiter - Turnverein an. Der Vollzug kam im Juni 1920 in einer Mitgliedsversammlung zustande.
Erster Obmann wurde Alois Priester, Obmann des Vorgängervereins Turnverein.
Von dieser Gründungstunde an begann die Arbeit und der Kampf um den Bestand und die Weiterentwicklung des Arbeiter - Turn - und Sportvereins Attnang - Puchheim. Weder Turn - halle noch Sportplatz standen damals zu Verfügung, der Turnerinnen und Turner, der Mädchen und Buben auf dem Turnboden, kam neben den Problemen um Turnsaal und Sportplatz die Lösung der ungemein wichtigen Vorturnerfragen hinzu.
1927, Anfang der Blütezeit für den ATSV Attnang - Puchheim, die von starken Turnerriegen getragen wurde und den Sparten Leichtathletik, Fechten, Wintersport und Ballspiele, vor allem Faustball miteinschloss. Auch das Fussballspiel fand seine gediegene Pflege,
Trotz der immer katastrophaler werdenden Arbeitslosigkeit, diem Jahre 1929 ihren Höhepunkt erreichte und welche vorwiegend unsere jungen Turner betraf, konnte durch Überzeugungstreue, Solidarität und eben des Zusammengehörigkeitsgefühls, besonders auch ausserhalb des Turnbodens und Sportplatzes, der ATSV Attnang - Puchheim zu einem der besten Vereine des Salzkammergutes aufsteigen
Die Bedeutung Attnang - Puchheims im politischen Leben ejner Zeit mag die Tatsache unterstreichen, daß am 23 . September 1927 hier die "1. sozialdemokratische Bildungstagung für Oberösterreich" stattfand und zwei Jahre später, am 17. und 18. August 1929 das 2. Verbandssportfest der "Freien Arbeiter- Athleten - Vereinigung Österreichs" über Bühne und Rasen ging, das zu einem großen Fest der Arbeitersportler Österreichs wurde.
Gleichzeitig mit der körperlichen Ertüchtigung entwickelte sich auch eine Festigung der politischen Überzeugung der Sozialisten.
In allen Arbeiterorganisationen arbeiteten die Mitglieder mit. 1930 konnte der Turnbetrieb, zuletzt im Saal und anderen Räumen des Arbeiterheims abgehalten, erstmals in den modernen Turnsaal des neu gebauten großen Schulgebäudes verlegt werden, wodurch die turnerische und sportlich Entwicklung neue Impulse erhielt.
Trotz Arbeitslosigkeit und politischen Schwierigkeiten stellten im Jahr 1934 189 aktive Turnerinnen und Turner beim Gründungfest zum zehnjährigen Bestand des Vereins ihr Können unter Beweis.
1932 wurde die Faustballmannschaft zum erstem mal Verbandmeister. Das Ansehens des Vereins stieg und erfasste weite Kreise der Bevölkerung, sodaß 1933 ein Sonnwendfeuer mit 800 Teilnehmern und ein Bühnenschauturnen mit 42 Besuchern abgehalten wurde. In diese Zeit fielen noch viele andere gut gelungene Veranstaltungen, doch bald verstärkte sich der politische Druck: Ein Verbot verhinderte die sonntäglichen Vorturnstunden in der Turnhalle.
Die Jahreshauptversammlung am 7. Februar 1934 war das letzte freie und öffentliche Beisammensein , ehe der ATSV Attnang - Puchheim als eine der aktivsten Nebenorganisationen der sozialistischen Arbeiterbewegung nach den Ereignissen des 12 Februar 1934 zerschlagen wurde. Die Pause dauerte schließlich 12 Jahre.
Sektion Fussball (Bericht von 1989)
Die größte Sektion im bunten Sportgetriebe der ASKÖ Attnang - Puchheim ist heute die Fussballsektion.
Die Rund 12 aktiven Spieler kämpfen mit sieben Mannschaften in den Meisterschaftsbewerben der 1. Klasse Mitte-West und der Jugendgruppe Vöcklabruck.
1950/51/52 spielten die Fußballer des ATSV Attnang - Puchheim in der Landesliga, der damals höchsten Spielklasse in Oberösterreich. 1967 konnten die Fußballer unter Sektionsleiter Ernst Gut und Trainer Raimund Janaczek als Meister der Bezirksliga West neuerlich in die Oö. Landesliga einziehen, kehrten jedoch schon 1969 wieder in die Bezirksliga zurück, ehe sie 1970 /71 in der 2. Landesliga unter dem ehemaligen LASK - Spieler Lutz Wiggerl noch einmal fußballerische Höhenluft atmeten.
Im Sommer 1983 ging man mit dem SV Puchheim eine Spielgemeinschaft der ersten Mannschaften ein, von der man hoffte, daß sie nach einer entsprechenden Anlaufzeit zunächst einen Platz im Vorderfeld der 1. Klasse erobern und schließlich in die Bezirksliga zurückkehren würden. Diese Erwartung wurde bis heute leider nicht erfüllt